Leicht hammas nicht, wir Grünen, dennoch gibt gerade das Ergebnis in Vorarlberg genügend Hoffnung, dass engagiertes Arbeiten, Ehrlichkeit und Offenheit durchaus belohnt werden können.
Einen längeren Kommentar zur Lage der Nation würde ich gerne jetzt schon abfassen, aber in Dornbirn ruft schon wieder das Tagesgeschäft und ich sitze gerade heute den ganzen lieben langen Tag in der ersten Budgetsitzung für 2009...
Da kommt es mir gerade recht, wenn anderswo meine Gedanken zur Wahl schon zum Ausdruck gekommen sind - und das möchte ich niemandem vorenthalten:
ein hervorragender blog-eintrag von helge.at (click to read!).
Das wärs mal in aller Kürze für heute - und ein DICKES FETTES DANKESCHÖN an die tausenden Dornbirnerinnen und Dornbirner, die die Dornbirner Grünen zur zweitstärksten Kraft in der grössten Stadt Vorarlbergs gemacht haben!
Bis bald!
man kann ja vieles verwechseln
so manch einer hob schon mal die hand um drei bier zu bestellen und böse zungen wollen doch gar einen verbotenen gruss darin gesehen haben.
wieder andere waren unglaublich glücklich, dass in den 80er jahren ein spiel erfunden wurde, welches sich recht gut dazu eignete, fragwürdige militaristische übungen mit einem hinweis auf "gotcha" zu entkriminalisieren.
wer vor 20 jahren mit kampfanzügen, schrotflinten und sturmgewehren österreichs wälder unsicher gemacht hat, muss deswegen ja nicht gerade zwangsläufig ein liebhaber rechtsradikalen gedankenguts sein.
man mag dazu stehen, wie man will - peinlich ist es allemal, wenn man fotos manipulieren muss um sich als jugendlicher paintballer auszugeben. noch peinlicher wirds nur, wenn man dabei erwischt wird. denn echte hardcore-gotcha-jäger schauen einfach anders aus.
aber wie gesagt: man kann ja vieles verwechseln, dachte sich dereinst ein berühmter österreicher namens ernst jandl und schrieb auch noch ein paar zeilen dazu:
lichtung
manche meinen
lechts und rinks
kann man nicht velwechsern
werch ein illtum
und schon ist er wieder vorüber. der sommer. sogar noch schneller als die letzte regierung. auch der himmel über dornbirn hält sich derzeit mit freundlichen nachrichten zurück und lässt es seelnruhig auf uns herunter regnen.
irgendwie gerade die richtige zeit, um mich wieder zurückzumelden aus dem sommerlichen bloggerloch. liegt ja schon ein weilchen zurück, der letzte eintrag...
und dabei hat sich doch so einiges getan in und um dorobiro:
- auch wenn die politik zwischenzeitlich auf urlaub war, haben die wühlmäuse fleissig weitergegraben. auch das gemeindeblatt wurde niemals müde, den fortschritt beim bau der schönsten und teuersten tiefgarage im land mit bewegten worten zu kommentieren. gibt ja sonst nichts zu berichten - wen interessiert schon die renovierung einer hauptschule, besonders wenn selbige im verzug ist...
- während sich die fa. hämmerle textil mit einem lauten knall von der bühne der arbeitgeber verabschiedete, werkelte keine 50 m luftlinie von ihr entfernt die fa. gasser textil an einer erweiterung ihrer produktion. sehr zum missfallen einiger direkt betroffener nachbarinnen und nachbarn, die schon bald 2 jahrzehnte durch lärm und geruch in ihrer lebensqualität beeinträchtigt wurden. wir grünen waren mit dabei, und wenn der genehmigungsbescheid von der bh-dornbirn kommt, werde ich wohl ausführlicher berichten.
- und nicht zuletzt hat mich auch die politik wieder - als kleiner grüner gemeindemandatar bleibt man natürlich nicht ganz unberührt von den vielen aktivitäten rund um die qual der wahl. sicher ist jedenfalls nur eine prognose: grossparteien wird's keine mehr geben.
nun denn, freuen wir uns auf einen ereignisreichen herbst.
einen besonderen text aus der welt der architekten möchte ich niemandem vorenthalten. geht es doch darum, gewisse dinge mit kühlem kopf zu betrachten und nicht gleich den 'untergang des abendlandes' zu verkündigen. mit freundlicher genehmigung der architektenkammer:
Österreichischer Architektenkammerpräsident fordert Gestaltungsbeiräte statt sinnloser Ortsbildpflegesonderkommission für die Kärntner Baukultur.
„Es ist ein Zeichen totaler kultureller Mutlosigkeit wenn - wie im neuen Kärntner Ortsbildschutzgesetz vorgesehen - ‚in Bauvolumen als auch in Bauhöhe den ortsüblichen Traditionen widersprechende Bauten‘ einer ‚Ortsbildpflegesonderkommission‘ unterzogen werden sollen“, meint Georg Pendl, Präsident der Bundeskammer
der Architekten und Ingenieurkonsulenten. Er schließt sich hiermit dem Fachbeirat für Baukultur des Landes Kärnten an.
Österreich ist ein Land mit ausgezeichneter baukultureller Tradition. Die aktuellen Architekturleistungen in diesem Land und die von unseren ArchitektInnen international geschaffenen werden ständig mit renommierten Preisen ausgezeichnet.
Gerade die Verbindung von alt und neu, die Einbettung neuen Bauens in traditionelle Umgebung, ist eine der besonderen Qualitäten österreichischer Architektur.
Wir können, so Pendl, auf diese Qualität stolz sein. Baukultur entsteht maßgeblich durch eine positive Grundhaltung gegenüber neuen Bauformen von Seiten der Bauherrn, der Öffentlichkeit und der Behörden. Ebenso zählt das Engagement all jener, die zur Entstehung von neuen Bauten beitragen: den ArchitektInnen, den Baumeistern, und allen, die an der Umsetzung arbeiten.
Der Vorschlag aus Kärnten ist ein Signal der Kleinmütigkeit. Auch in Kärnten gibt es hervorragende Bauten und hervorragende ArchitektInnen, welche durch derartige, zentral gesteuerte „Sonderkommissionen“ nur behindert werden. Deshalb fordert Georg Pendl die Landesregierung auf, auf die Einrichtung der antiquierten Ortsbildpflegesonderkommission umgehend zu verzichten. Stattdessen rät er, flächendeckend Gestaltungsbeiräte in den einzelnen Gemeinden zu installieren. In anderen Bundesländern leisten diese bereits seit Jahren erfolgreiche Arbeit.
„Die Einrichtung von Gestaltungsbeiräten fördert die notwendige Sensibilität für das Bauen. Durch solche Beiräte wird entsprechende architektonische Qualität auf der Höhe der Zeit von den Bauwerbern eingefordert. Ein Gestaltungsbeirat ist beratendes Gremium des Gemeinderats. Er besteht meist aus drei überregionalen Baukulturexperten.
Dadurch gewinnen alle Beteiligten: die Bürgermeister und Gemeinden, die Bauherrn, die ArchitektInnen und schließlich das Ortsbild!“
Weiters stellt Georg Pendl fest, dass „der Entwurf zeitgemäßer Interpretationen sakraler Bauten für jeden Architekturschaffenden eine Herausforderung erster Güte ist. Dies hat bei Kirchenbauten Tradition und schlägt sich in überzeugenden Ergebnissen nieder. Gleiches für die Bauaufgabe Moschee zu leisten, wäre eine Vielzahl engagierter ArchitektInnen und Bauausführenden bereit - und das unabhängig vom religiösen Bekenntnis.“
so einfach könnte die welt sein
was müssen wir nicht alles lesen über den untergang des abendlandes. ganz vorarlberg quillt über von mehr oder weniger liebenswerten leserbriefen, die sich der hehren verteidigung christlicher werte verschreiben.
so mancher fühlt sich sogar berufen, die katholische kirche als mittäter an den islamischen übernahmeplänen zu verurteilen. sogar einen aufruf, aus der kirche auszutreten, durfte ich im "vorarlberger volksblatt" veröffentlicht sehen - ganz unter dem motto: rettet die christliche kultur...
die polarisierung treibt so ihre blüten - da darf ein grüner kommentar erlaubt sein, wie denn das so ist mit der islamisierung, den minaretten und bajonetten:
im gegensatz zur christianisierung, beinhaltet der begriff islamisierung - so wie er bei uns verwendet wird - keinerlei missionarische tätigkeit. da geht es vielmehr um ängste, was die geburtenstatistik betrifft. einen 'islamisierten' ex-katholiken wird man mit der stecknadel suchen können - von ausnahmen wie cat stevens oder cassius clay mal abgesehen. das wort 'islamisierung' wird schlicht in einem falschen kontext verwendet und dient bewusst dazu, von einer fehlgeleiteten familienpolitik abzulenken.
wer nach frankreich schaut (höchste geburtenrate europas), sieht gratis-kindergärten, flächendeckende kleinkindbetreuung (ganztags) und eine völlig unkomplizierte politik, was den wiedereinstieg von frauen ins berufsleben nach einer geburt betrifft.
DARÜBER sollte man diskutieren!
von minaretten, bajonetten und landschaftsschutz schreibt mittlerweile auch schon ein ganzes rudel von koran- und raumplanungsexperten in vorarlberg. als ob es eine städtebauliche zumutung wäre, dem bunt zusammengewürfelten stilmix unserer kleinstädte ein weiteres element hinzuzufügen.
vielmehr offenbart sich hier ein äusserst fragwürdiger wunsch nach verdrängung einer kultur, die wir vor nicht allzulanger zeit gebeten haben, unser ländle zu einem der reichsten bundesländer aufzubauen. eher gibt's von seiten der landesregierung ein gratisgutscheinprogramm für schnurrbartrasur und ganzkörperbleichung, als dass es möglich wäre, mit den geltenden höhenbestimmungen, abstandsregelungen und (als gelernter dorobirar weiss man das) "sonstigen" stadtplanerischen werkzeugen das auslangen zu finden.
nein, da braucht es schon eingriffe in die gesetze, denn wo kämen wir denn da hin... könnte ja jeder kommen und einfach auf sein sauer erworbenes eigentum ein türmchen setzen. das baurecht ist genau, was es es ist: ein RECHT ZU BAUEN - ob wohnhaus, gebetshaus, werkzeugschuppen oder fitnessstudio - und reicht völlig aus, um etwaigen auswüchsen einhalt zu gebieten.
dornbirn hat einen neuen budgetvoranschlag, der nur knapp unter der magischen grenze von 200 millionen euro angesiedelt ist. naturgemäß sieht die obrigkeit dies als tolle sache, und es macht ihr so rein gar nichts aus, dass der schuldenberg im gleichklang ebenso monströs ist.
doch hoppla, was heisst hier gleichklang? im jahr 2000 lagen wir noch bei einer prozentualen verschuldung von 50%. 2008 werden 135 millionen passiva einer bilanz von 200 millionen gegenüberstehen: in prozenten ausgedrückt knapp 70%!
maastricht lässt grüssen, denn auch die netto-neu-verschuldung beträgt über 3%... dornbirn ein fall für sanktionen ?
sinnigerweise steigt die verschuldung exakt um die kosten für die heissgeliebte kulturhaustiefgarage: 7 millionen netto wird sie uns kosten. 7 millionen netto neu-verschuldung werden die bilanz 2008 versüssen. da kommt freude auf.
für freunde der gehobenen budgetkritik sei noch meine diesjährige rede vor der stadtvertretung beigeschlossen:
budgetrede-2008 (pdf, 175 KB)
und für all jene, die nur wenig zeit haben:
wir grünen stimmen heuer gegen den voranschlag 2008. die fröhlichen zeiten der hochkonjunktur sollten zum aufbau von reserven genutzt werden, nicht für die errichtung sinnloser betonklötze...
viel zu tun, keine zeit für gar nichts, aber ein kleines schmankerl zum thema integration darf ich beim besten willen niemandem vorenthalten:
es liest ja nicht jeder laufend den onlinestandard, und selbst wenn, dann kann es schon mal vorkommen, dass man an den traumhaften fotosequenzen von matthias cremer vorbeirauscht, ohne sie jemals zu gesicht bekommen zu haben. was sich nun vielleicht ändern könnte...
das folgende sujet trägt den titel:
Kickoff Veranstaltung
Marjam Kahama: Migrantin, Ärztin, beim Festakt "Integrationsplattform".
so ein bild sagt wesentlich mehr über die grosskoalitionäre wetterlage zum thema bleiberecht aus, als jede noch so gut gemeinte professionelle 100-seitige abhandlung von sozialwissenschaftlern zum thema integration in österreich.
manche dinge ändern sich eben nie :(
Als Grüner wird man schon mal argwöhnisch beäugt. Oft sind es beinahe beängstigende Vorurteile, die zwischen der Realität und dem oder der potentiellen Wähler/in herumgeistern. Diese kleine Randspalte soll dazu dienen, mit ein wenig Augenzwinkern einige dieser Vorurteile aus dem Weg zu räumen:
Grüne dürfen...
...singen, tanzen, lachen, heiraten, ohne Trauschein zusammen leben, Kinder machen (mit und ohne Party), und völlig unbeschwert auch „Kinder machen“ ohne Kinder zu machen.
Grüne dürfen...
...Zugfahren ohne km-Beschränkung, Busfahren bis die Reifen qualmen, und bei Mangel an Alternativen auch Auto fahren, ja sogar Autos kaufen!
Grüne dürfen...
...arbeiten, faulenzen, arbeitslos sein, in Karenz gehen, Urlaub machen, notfalls auch in den Urlaub fliegen.
Grüne dürfen...
...bergsteigen, schifahren, radfahren, schwimmen gehen, usw. - haarig wird’s beim Formel-1 fahren, jedenfalls steht der erste Sieg eines Bio-Diesel-Ferrari noch auf meiner Liste der ausstehenden Wunder.
Grüne dürfen...
...in die Kirche gehen, oder auch nicht in die Kirche gehen, in der Moschee beten, oder eine Bamitswa feiern.
Grüne dürfen...
...Bäume pflanzen, Bäume fällen, auf Bäume klettern und unter Bäumen in der Abendsonne eine Zigarre rauchen.
Was aber unterscheidet den Grünen vom Rest der Welt?
Müssen wir Mülltrennen bis die letzte Büroklammer vom Papier fein säuberlich in die korrekten Metall-container gewandert ist?
Müssen wir uns mit Gentechnik-freien Bio-Jute-Klamotten aus fairem Handel mit politisch korrekten Aufdrucken in grüner biologisch zu 100% abbaubarer Farbe bekleiden?
Tjaaaaaa... schon, aber SO sicherlich nicht!
Grün sein bedeutet, den Autoschlüssel erst dann vom Haken zu nehmen, wenn man keine andere praktikable Lösung mehr findet.
Grün sein bedeutet, bei der Urlaubsplanung Pluspunkte für Zielorte zu vergeben, die mit der Eisenbahn problemlos erreichbar sind.
Grün sein bedeutet, beim Einkaufen öfter mal innezuhalten und zu überlegen, ob es nun wirklich zwei Paar Schuhe aus Indien sein müssen, oder ob ein Paar aus Italien nicht auch reichen würde.
Grün sein bedeutet, mehr zu lesen und die kleinen Informationen zu sammeln, die uns verraten, ob genau diese Tomate, diese rote, die da vor uns liegt, aus einem Genlabor in Spanien, Holland oder sonstwo stammt.
Grün sein bedeutet ganz einfach, alles zu hinterfragen. Das braucht oft ein wenig Zeit, aber meist ist das in unserer schnelllebigen Welt ohnehin kein Schaden: Die Entscheidung, ein Auto zu kaufen wird nicht binnen 2 Tagen gefällt. Car-sharing, Fahrrad, Öffis, ein Moped vielleicht... Alternativen mit weniger Ressourcenverbrauch gibt es auf allen Ebenen. Letzten Endes ist ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen auch ein finanzieller Vorteil für denjenigen, der sich die Mühe macht, seine täglichen Entscheidungen auf ihre Nachhaltigkeit zu überprüfen.
Grün sein ist vielleicht nicht einfach, aber es rechnet sich – für uns und für unsere Umwelt.
darf man?
man darf!
die freude über ein neues erdenkind darf man schon mit anderen teilen - ist es doch immer ein wunderbares ereignis. jedenfalls trifft es diesmal mich - ganz persönlich - und das objekt der begierde darf ich ganz ohne weiteren kommentar hier präsentieren:
