Stadtgeschichten

Sonntag, 14. Juni 2009

Es dampfe die Kacke!

Oioioi, was da wohl gemeint sein könnte?

Seien wir doch ehrlich: es gibt sie noch, die wichtigen Themen, mit denen man eine Katze hinterm Ofen hervorlocken kann. Spätestens wenn man mit dem Kreuz sein Kreuz hat sollte man sich als umtriebiger Lokalpolitiker schleunigst neue Betätigungsfelder abseits verhetzungsanfälliger Themen suchen:



Aber wozu haben wir denn eine farbenfrohe Presse, wenn nicht, um dem treuesten Begleiter des Menschen zu seiner verdienten Medienpräsenz zu verhelfen?

Tatsache ist, dass die Stadt Dornbirn eine neue Hundeverordnung beschlossen hat. Und weil man niemanden kriminalisieren will, steht da unter anderem der Fachbegriff der "virtuellen Leine" drin. Sehr zur Freude von Hund und Herrchen, weil damit im Grunde alles möglich ist, was immer schon möglich war.

Wer sich die Mühe macht, 5 Minuten mit der Dornbirner Stadtpolizei zu sprechen, wird schnell bemerken, dass beim Thema Hundeverordnung viel Lärm um Nichts gemacht wird. Aber wer weiss, vielleicht gibt's demnächst ja auch mal ein paar Artikel über Mücken und Elefanten. Sind doch auch ganz nette Tiere :)

Freitag, 22. Mai 2009

Welt-Umwelt-Woche

Jetzt ist es so weit. Die spinnen, die Grünen :)

Da kommt so eine Idee daher, copyright Ingrid Benedikt, von einer Umwelt-Woche. Und wären wir nicht in Dornbirn, dann hätte es vielleicht geheissen: "nein, leider nicht - ist nicht im Budget vorgesehen".

Aber wer Millionen in Tiefgaragen verbuddelt, wer mit zwei Autobahnanschlüssen im Stadgebiet nicht das Auslangen findet, einen dritten baut und einen vierten gedanklich schon vorausplant, der muss sich auch mal bewegen, wenn wir Grünen etwas in die Welt setzen.

Nun, wir SIND in Dornbirn daheim, wo nach Bgmstr.diktion die Besten zuhause sind, und daher heisst das Werk gleich WELT-Umwelt-Woche, und verspricht wirklich so einiges:

copyright: Ingrid Benedikt, Dornbirner Grüne

Vom 1. bis 7. Juni dreht sich der Präsentierteller rund um die Dornbirner Aktivitäten im Bereich Umwelt: Von Dauerausstellungen über Führungen bis hin zu Vorträgen, Workshops und Diskussionen ist alles vertreten, was zu einer umfassenden Leistungsschau dazu gehört.

Zum Programm verweise ich auf diesen Link, und wünschte, ich hätte noch zwei oder drei Klone von mir zuhause, damit ich auch wirklich alles anschauen könnte...

Freitag, 27. März 2009

was ist schon wichtig...

ja sicher, es gibt interessantere dinge, als den beschluss von beiträgen für städtische vereine in dornbirn. aber es gibt momente, wo man sich etwas von der seele schreiben muss, auch wenn es nur um ein paar tausend euro geht:

letztens im stadtrat wurde die förderung der lokalen seniorenvereine beschlossen. zur abstimmung kam ein oppositioneller antrag um erhöhung der förderung von 1 auf 3 euro pro registriertem mitglied.

bekannterweise gibt es zwei grössere seniorenorganisationen - eine schwarz, eine rot; beide sehr aktiv und mit ungefähr gleich vielen mitgliedern. als grüner stadtrat darf man in so einem fall eine gewisse überparteilichkeit für sich in anspruch nehmen. wir stehen jedenfalls nicht im verdacht, uns mit einer grünen seniorengruppe um öffentliche gelder zu bemühen.

jedenfalls wurde nach kurzer hitziger diskussion abgestimmt: erhöhung abgelehnt mit 6 gegen 3 stimmen.

vielleicht sollte man noch erwähnen, dass der 9-köpfige stadtrat mit exakt 6 övp-mitgliedern bestückt ist. in zeiten wie diesen, wenn der bürgermeister gerade mal seinen absoluten machtrausch auslebt und oppositionelle anträge zur stadtvertretung nicht einmal auf die tagesordnung nimmt, sollte man vorsichtig sein - schliesslich handelt es sich ja um nicht-öffentliche sitzungen...

p.s.: falls jemand auf die idee kommen könnte, die reiche stadt dornbirn wäre durch eine seniorenförderung in ihren finanziellen grundfesten gefährdet, dem sei noch nachgeschoben, dass es um den stolzen betrag von ca. 4.000 euro ging, den diese erhöhung ergeben hätte. für 2.000 aktive und sozialkapitalkonforme seniorinnen und senioren. umgerechnet also ca. 0,12 tiefgaragenplätze.

Mittwoch, 18. Februar 2009

gepflegte und gehegte einzelfälle

april 2008: ein bewohner des pflegeheimes lustenauerstrasse ist durch die verschlechterung seiner pflegesituation derart enttäuscht, dass er sich trotz rollstuhl und multipler sklerose auf den weg in die dornbirner stadtvertretung macht und mit hilfe der grünen seine beschwerden dort anbringt, wo sie gehört werden MÜSSEN.
mai 2008: nix
juni 2008: nix
juli 2008: nix
august 2008: nix
september 2008: er schaltet den patientenanwalt des landes ein, da in den letzten monaten alles beim alten geblieben ist. seit 2 jahren wartet er auf das erste vollbad.
oktober 2008: nix
november 2008: nix
dezember 2008: alles im grünen bereich, antwortet der capo communale auf anfrage; sind doch nur einzelfälle
januar 2009: nix
februar 2009: der ORF nimmt sich zeit für eine berichterstattung zur pflege in dornbirn, weil ein paar mutige angehörige sich wagen, einen offenen brief an den bürgermeister zu richten
märz 2009: es wird evaluiert - eine allseits anerkannte unabhängige fachfrau wird die evaluation der pflegeheime leiten

weil ja auch einzelfälle evaluiert werden müssen ?

oder vielleicht ist es normal, dass städtische bedienstete angst haben, ihren job zu verlieren. und vielleicht ist es normal, dass hochbetagte pflegebedürftige bewohnerInnen in den allermeisten fällen zu wenig energie haben, um gegen eine stadt dornbirn aufzutreten. vielleicht ist das so. wer weiss.

Samstag, 14. Februar 2009

20 jahre tiefgarage

dia tüfgarasch, des grosse loch,
dia isch so voll, as wundrat doch.
sie sei rentabel, würkle wohr
und koscht üs höchstens no zwanzg johr.
des goht jo schneall, mei sind mir froh
maschgoro maschgoro rollolo!


amtlich bestätigt, und schriftlich im gemeindeblatt nachzulesen: die tiefgarage könnte in 20 (!) jahren rentabel sein. also die 19 jahre davor muss man davon ausgehen, dass der kleine grüne maxi richtig gerechnet hat und die kosten für errichtung und betrieb übersteigen klar und deutlich die einnahmen durch die (eh stark erhöhten) parkgebühren.

an dieser stelle einmal dank von grüner seite an den chef des dornbirner gemeindeblattes, dass er nach gezählten 50 presseaussedungen über die stadtgarage im jahr 2008 (quelle: bürgermeister o-ton beim neujahrsempfang der stadt dornbirn) auch einmal die grüne sichtweise darstellt. naja - jeder macht mal fehler... ;-)

was aber passiert in 20 jahren, wenn die tiefgarage "rentabel" geworden ist ?
  • fahren wir in 20 jahren überhaupt noch autos ?
  • fahren in 20 jahren vielleicht doppelt soviele kfz ?
  • muss man in 20 jahren die tiefgarage generalsanieren (bei der "alten" kulturhausgarage war's jedenfalls so)
  • heisst der bürgermeister in 20 jahren immer noch wolfgang ?
  • heisst der stadtkämmerer in 20 jahren immer noch werner (das ist zum allgemeinen verständnis übrigens derjenige, der gemeint hat, die tiefgarage sei so rentabel, er würde sie sogar selbst mit eigenem geld bauen...)
wie dem auch sei, grob gerechnet kostet ein tiefgaragenplatz in etwa so viel, wie ein jahr gehalt für eine zusätzliche pflegehilfskraft in einem pflegeheim ihrer wahl. aber das ist eine andere geschichte...

Samstag, 31. Januar 2009

es bewegt sich was in dorobiro

zugegebenermassen - ich bin nicht unbedingt der grösste fan des faschings, aber einer freundlichen einladung zum dornbirner narraobod folge ich zumeist doch gerne. bekommt man doch neben amüsanten anekdoten und professionellen sketchen auch die wirklich wichtigen themen der stadt serviert. dass heuer vornehmlich der bau der tiefgarage durch den kakao gezogen wurde... nun, das ist eine andere geschichte.

unbemerkt von der medialen öffentlichkeit wurde ich zeuge einer zaghaften kulturellen revolution: zum ersten mal in der geschichte des narraobods nahm neben lechers, winsauers und co. auch ein "narr" türkischer herkunft auf der bühne einen platz ein - noch dazu heftig beklatscht vom publikum (um nicht zu sagen, er habe beinahe standing ovations bekommen).

jedenfalls sind es diese kleinen dinge, die den weg zur normalität ebnen. miteinander, nebeneinander, übereinander und untereinander - wie integration in zukunft aussehen wird, weiss ich nicht genau. eines ist mir aber klar: an der beteiligung der migranten an allen unseren einrichtungen führt kein weg vorbei. vor allem, wenn wir unsere standards halten wollen, denn da brauchen wir von allen die besten.

genau wie bei der dornbirner polizei, wo seit beginn dieses jahres der erste polizeianwärter türkischer herkunft seinen dienst versieht.

auch bürgermeister können über schatten springen :)

Dienstag, 11. Dezember 2007

monsterbudget und monstertiefgaragen

dornbirn hat einen neuen budgetvoranschlag, der nur knapp unter der magischen grenze von 200 millionen euro angesiedelt ist. naturgemäß sieht die obrigkeit dies als tolle sache, und es macht ihr so rein gar nichts aus, dass der schuldenberg im gleichklang ebenso monströs ist.

doch hoppla, was heisst hier gleichklang? im jahr 2000 lagen wir noch bei einer prozentualen verschuldung von 50%. 2008 werden 135 millionen passiva einer bilanz von 200 millionen gegenüberstehen: in prozenten ausgedrückt knapp 70%!

maastricht lässt grüssen, denn auch die netto-neu-verschuldung beträgt über 3%... dornbirn ein fall für sanktionen ?

sinnigerweise steigt die verschuldung exakt um die kosten für die heissgeliebte kulturhaustiefgarage: 7 millionen netto wird sie uns kosten. 7 millionen netto neu-verschuldung werden die bilanz 2008 versüssen. da kommt freude auf.

für freunde der gehobenen budgetkritik sei noch meine diesjährige rede vor der stadtvertretung beigeschlossen: budgetrede-2008 (pdf, 175 KB)

und für all jene, die nur wenig zeit haben: wir grünen stimmen heuer gegen den voranschlag 2008. die fröhlichen zeiten der hochkonjunktur sollten zum aufbau von reserven genutzt werden, nicht für die errichtung sinnloser betonklötze...

Sonntag, 24. Juni 2007

das dorobiror millionenloch - teil IV

es ist angerichtet !
oder "nun haben wir den salat" ...
oder wie ein ihnen allen bekanntes vorarlberger medium titelte: "ein meilenstein für die innenstadt"

geschmäcker sind eben verschieden - jedenfalls wurde vergangenen dienstag von der stadtvertretung der bau des o.a. millionenlochs freudig mit den stimmen von övp, spö und fpö beschlossen.

wenn ich mich recht entsinne, dann zeigte die rathausuhr in etwa 21:00 uhr - was den öffentlichen rundfunk nicht daran hinderte, schon um 19:10 die jubelmeldung zu verkünden :) - nicht zu unrecht davon ausgehend, dass in dornbirn an beschlüssen der mehrheitsfraktion nicht zu rütteln ist. koste es was es wolle.

allen bemühungen zum trotz (stv-tiefgarage (pdf, 111 KB)) wurden unsere bedenken ebenso bedenkenlos hinweggefegt, wie die simple tatsache, dass dieses loch uns die nächsten 25 jahre so einiges kosten wird: selbst bei äusserst vorteilhafter berechnung verbleiben als 'folgekosten' mindestens 150.000 € defizit - jedes jahr. in zeiten wie diesen keine schlechte summe, wenn man bedenkt, welche projekte jedes jahr aus einsparungsgründen im budget gestrichen werden. selbst eine kleine adaption für eine schulbibliothek muss dem rotstift zum opfer fallen, weil dann ja andere schulen auf die idee kommen könnten, ähnliches zu verlangen...

nun gut, oder eher schlecht - die chancen standen ja nicht gerade zum besten, dieses kind der stadtplanung noch aufzuhalten - vielleicht regt sich ja noch widerstand aus den reihen der dornbirner bevölkerung. aber wie die dinge liegen, wird es vermutlich erst nach baubeginn den meisten dämmern, was eine umleitung der stadtstrasse über monate für die innenstadt bedeutet...

Samstag, 2. Juni 2007

millionenloch, zum dritten

jetzt ist es offiziell, nicht beschlossen, nur besprochen und dennoch vollmundig als de-facto tatsache in den raum gestellt:

dornbirn baut eine MEGA-tiefgarage (o-ton peter mattner 'neue') mit gesamt 470 tiefgaragenplätzen. ach wie ist es doch so eine wunderbare gelegenheit, ohne vergeudung von grund und boden unter der stadtstrasse ein solches konstrukt zu platzieren.

oder haben tiefgaragen nicht grundsätzlich die seltsame angewohnheit, unter der erde platz zu finden, und damit den boden darüber für welche nutzung auch immer freizuschaufeln?

nach ansicht der rathausmehrheit (in treuer einmütigkeit unterstützt von rot und blau) ist dies offenbar ein dornbirner spezifikum und der amtsbericht hiezu spricht von einer "im höchsten ausmaß bodensparend(en)" massnahme.

"so isch des" z'dorobiro

Abends in der Tiefgarage...
<br />
...ist der Weg zum Auto sehr einsam *schluck*

und es wird wohl gut sein so...

jedenfalls sollen diese hochheiligen hallen für des menschen liebstes haustier auf 4 rädern mittlerweile ungesehen 33.000 € kosten dürfen pro stellplatz. da frägt man sich, ob's nicht vielleicht möglich wäre, 6 stellplätze weniger zu bauen und damit ein ganzes jahr einen probebetrieb für den stadtbus am sonntag zu finanzieren?

aber leider "isch des halt net so" z'dorobiro.

wo andere hochgelobte und erwünschte private investoren tiefgaragenplätze um 15.000 € gewinnbringend verkaufen, da dürfen wir als stadt nicht zurückstehen! und damit die kirche im dorf bleibt, kosten die unsrigen gleich mehr als doppelt so viel...

von gewinnbringend ist nicht einmal offiziell die rede. kein wunder, dass über die auslastung der bestehenden kulturhaustiefgarage kein wort verloren wird. "aber die hypo-garage ist voll" scheint das credo zu sein - ohne rücksicht darauf, dass dort kunden und personal entweder gratis oder zu stark ermässigten preisen parken.

............... more to come soon

Donnerstag, 26. April 2007

die sorgen mit der karre am karren

eigentlich sind wir alle viel zu dämlich. da müssen wir tagein tagaus im falle der unausweichlichkeit eines transportes mit 4-rädrigem vehikel in der stadt gebühren zahlen. zwecks nutzung einer etwa 12 m2 grossen fläche für die abstellung desselben.

wenn wir nur ein wenig mehr grips im kopf hätten, und wir alle gemeinsam dem bürgermeister die hölle heiss machen würden! mit freundlicher unterstützung einer selbstlosen seele des meistverbreitetsten bedruckten recyclingpapiers von ganz vorarlberg...

aber wir sind halt viel zu obrigkeitsgläubig und fügen uns einem völlig willkürlich vom rathaus verabschiedeten dekret, das besagt, dass die 12 m2 nur gegen gebühr der nutzung aller überlassen werden darf.

in der höh' gibt's keine parkplatzsorgen

selbiges dekret gilt mit billigung ALLER in der stadtvertretung (zumindest körperlich) anwesenden parteien nun seit einem jahr auch für den parkplatz am karren. einstimmig. begleitet von flötentönen der besonderen art: "die tarife hier sind SEHR, SEHR billig", so ein nicht unwesentlicher vertreter der SPÖ im märz vergangenen jahres. aus heutiger sicht sind die 2€ für einen ganztagesparkplatz offenbar eine zumutung, derer man sich heftigst erwehren wird müssen?

nun gut, ich als grüner erweise mich jedenfalls als wenig 'lernfähig' und werde mich an den einstimmigen beschluss vom vorjahr halten. 'standhaft' werden die einen sagen, 'övp-steigbügelhalter' die anderen. damit kann ich leben.

ansichten eines grünen stadtrates

g'schichten von ara bis zumtobel

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