Donnerstag, 7. Februar 2008

menschen, meinungen und minarette

was müssen wir nicht alles lesen über den untergang des abendlandes. ganz vorarlberg quillt über von mehr oder weniger liebenswerten leserbriefen, die sich der hehren verteidigung christlicher werte verschreiben.

so mancher fühlt sich sogar berufen, die katholische kirche als mittäter an den islamischen übernahmeplänen zu verurteilen. sogar einen aufruf, aus der kirche auszutreten, durfte ich im "vorarlberger volksblatt" veröffentlicht sehen - ganz unter dem motto: rettet die christliche kultur...

die polarisierung treibt so ihre blüten - da darf ein grüner kommentar erlaubt sein, wie denn das so ist mit der islamisierung, den minaretten und bajonetten:

im gegensatz zur christianisierung, beinhaltet der begriff islamisierung - so wie er bei uns verwendet wird - keinerlei missionarische tätigkeit. da geht es vielmehr um ängste, was die geburtenstatistik betrifft. einen 'islamisierten' ex-katholiken wird man mit der stecknadel suchen können - von ausnahmen wie cat stevens oder cassius clay mal abgesehen. das wort 'islamisierung' wird schlicht in einem falschen kontext verwendet und dient bewusst dazu, von einer fehlgeleiteten familienpolitik abzulenken.

wer nach frankreich schaut (höchste geburtenrate europas), sieht gratis-kindergärten, flächendeckende kleinkindbetreuung (ganztags) und eine völlig unkomplizierte politik, was den wiedereinstieg von frauen ins berufsleben nach einer geburt betrifft.


DARÜBER sollte man diskutieren!

von minaretten, bajonetten und landschaftsschutz schreibt mittlerweile auch schon ein ganzes rudel von koran- und raumplanungsexperten in vorarlberg. als ob es eine städtebauliche zumutung wäre, dem bunt zusammengewürfelten stilmix unserer kleinstädte ein weiteres element hinzuzufügen.

vielmehr offenbart sich hier ein äusserst fragwürdiger wunsch nach verdrängung einer kultur, die wir vor nicht allzulanger zeit gebeten haben, unser ländle zu einem der reichsten bundesländer aufzubauen. eher gibt's von seiten der landesregierung ein gratisgutscheinprogramm für schnurrbartrasur und ganzkörperbleichung, als dass es möglich wäre, mit den geltenden höhenbestimmungen, abstandsregelungen und (als gelernter dorobirar weiss man das) "sonstigen" stadtplanerischen werkzeugen das auslangen zu finden.

nein, da braucht es schon eingriffe in die gesetze, denn wo kämen wir denn da hin... könnte ja jeder kommen und einfach auf sein sauer erworbenes eigentum ein türmchen setzen. das baurecht ist genau, was es es ist: ein RECHT ZU BAUEN - ob wohnhaus, gebetshaus, werkzeugschuppen oder fitnessstudio - und reicht völlig aus, um etwaigen auswüchsen einhalt zu gebieten.

Dienstag, 11. Dezember 2007

monsterbudget und monstertiefgaragen

dornbirn hat einen neuen budgetvoranschlag, der nur knapp unter der magischen grenze von 200 millionen euro angesiedelt ist. naturgemäß sieht die obrigkeit dies als tolle sache, und es macht ihr so rein gar nichts aus, dass der schuldenberg im gleichklang ebenso monströs ist.

doch hoppla, was heisst hier gleichklang? im jahr 2000 lagen wir noch bei einer prozentualen verschuldung von 50%. 2008 werden 135 millionen passiva einer bilanz von 200 millionen gegenüberstehen: in prozenten ausgedrückt knapp 70%!

maastricht lässt grüssen, denn auch die netto-neu-verschuldung beträgt über 3%... dornbirn ein fall für sanktionen ?

sinnigerweise steigt die verschuldung exakt um die kosten für die heissgeliebte kulturhaustiefgarage: 7 millionen netto wird sie uns kosten. 7 millionen netto neu-verschuldung werden die bilanz 2008 versüssen. da kommt freude auf.

für freunde der gehobenen budgetkritik sei noch meine diesjährige rede vor der stadtvertretung beigeschlossen: budgetrede-2008 (pdf, 175 KB)

und für all jene, die nur wenig zeit haben: wir grünen stimmen heuer gegen den voranschlag 2008. die fröhlichen zeiten der hochkonjunktur sollten zum aufbau von reserven genutzt werden, nicht für die errichtung sinnloser betonklötze...

Donnerstag, 1. November 2007

geklautes zum thema integration

viel zu tun, keine zeit für gar nichts, aber ein kleines schmankerl zum thema integration darf ich beim besten willen niemandem vorenthalten:

es liest ja nicht jeder laufend den onlinestandard, und selbst wenn, dann kann es schon mal vorkommen, dass man an den traumhaften fotosequenzen von matthias cremer vorbeirauscht, ohne sie jemals zu gesicht bekommen zu haben. was sich nun vielleicht ändern könnte...

das folgende sujet trägt den titel:

Kickoff Veranstaltung
Marjam Kahama: Migrantin, Ärztin, beim Festakt "Integrationsplattform".

gelebte integration...

so ein bild sagt wesentlich mehr über die grosskoalitionäre wetterlage zum thema bleiberecht aus, als jede noch so gut gemeinte professionelle 100-seitige abhandlung von sozialwissenschaftlern zum thema integration in österreich.

manche dinge ändern sich eben nie :(

Sonntag, 2. September 2007

Was Grün sein (für mich) bedeutet

Als Grüner wird man schon mal argwöhnisch beäugt. Oft sind es beinahe beängstigende Vorurteile, die zwischen der Realität und dem oder der potentiellen Wähler/in herumgeistern. Diese kleine Randspalte soll dazu dienen, mit ein wenig Augenzwinkern einige dieser Vorurteile aus dem Weg zu räumen:

Grüne dürfen...
...singen, tanzen, lachen, heiraten, ohne Trauschein zusammen leben, Kinder machen (mit und ohne Party), und völlig unbeschwert auch „Kinder machen“ ohne Kinder zu machen.

Grüne dürfen...
...Zugfahren ohne km-Beschränkung, Busfahren bis die Reifen qualmen, und bei Mangel an Alternativen auch Auto fahren, ja sogar Autos kaufen!

Grüne dürfen...
...arbeiten, faulenzen, arbeitslos sein, in Karenz gehen, Urlaub machen, notfalls auch in den Urlaub fliegen.

Grüne dürfen...
...bergsteigen, schifahren, radfahren, schwimmen gehen, usw. - haarig wird’s beim Formel-1 fahren, jedenfalls steht der erste Sieg eines Bio-Diesel-Ferrari noch auf meiner Liste der ausstehenden Wunder.

Grüne dürfen...
...in die Kirche gehen, oder auch nicht in die Kirche gehen, in der Moschee beten, oder eine Bamitswa feiern.

Grüne dürfen...
...Bäume pflanzen, Bäume fällen, auf Bäume klettern und unter Bäumen in der Abendsonne eine Zigarre rauchen.

Was aber unterscheidet den Grünen vom Rest der Welt?

Müssen wir Mülltrennen bis die letzte Büroklammer vom Papier fein säuberlich in die korrekten Metall-container gewandert ist?
Müssen wir uns mit Gentechnik-freien Bio-Jute-Klamotten aus fairem Handel mit politisch korrekten Aufdrucken in grüner biologisch zu 100% abbaubarer Farbe bekleiden?

Tjaaaaaa... schon, aber SO sicherlich nicht!

Grün sein bedeutet, den Autoschlüssel erst dann vom Haken zu nehmen, wenn man keine andere praktikable Lösung mehr findet.

Grün sein bedeutet, bei der Urlaubsplanung Pluspunkte für Zielorte zu vergeben, die mit der Eisenbahn problemlos erreichbar sind.

Grün sein bedeutet, beim Einkaufen öfter mal innezuhalten und zu überlegen, ob es nun wirklich zwei Paar Schuhe aus Indien sein müssen, oder ob ein Paar aus Italien nicht auch reichen würde.

Grün sein bedeutet, mehr zu lesen und die kleinen Informationen zu sammeln, die uns verraten, ob genau diese Tomate, diese rote, die da vor uns liegt, aus einem Genlabor in Spanien, Holland oder sonstwo stammt.

Grün sein bedeutet ganz einfach, alles zu hinterfragen. Das braucht oft ein wenig Zeit, aber meist ist das in unserer schnelllebigen Welt ohnehin kein Schaden: Die Entscheidung, ein Auto zu kaufen wird nicht binnen 2 Tagen gefällt. Car-sharing, Fahrrad, Öffis, ein Moped vielleicht... Alternativen mit weniger Ressourcenverbrauch gibt es auf allen Ebenen. Letzten Endes ist ein nachhaltiger Umgang mit Ressourcen auch ein finanzieller Vorteil für denjenigen, der sich die Mühe macht, seine täglichen Entscheidungen auf ihre Nachhaltigkeit zu überprüfen.

Grün sein ist vielleicht nicht einfach, aber es rechnet sich – für uns und für unsere Umwelt.

Persönliches, SEHR persönliches :)

darf man?
man darf!

die freude über ein neues erdenkind darf man schon mit anderen teilen - ist es doch immer ein wunderbares ereignis. jedenfalls trifft es diesmal mich - ganz persönlich - und das objekt der begierde darf ich ganz ohne weiteren kommentar hier präsentieren:

hurra, ich bin da!
<br />
* 30.8.2007

Dienstag, 17. Juli 2007

salzburger nachrichten

anlässlich eines artikels über die pholksverbundenheit der österreichischen landeshauptleute durfte sich unser allseits geehrter LH über die Veröffentlichung seines konterfeis in der SN freuen. abgelichtet offenbar anlässlich der gymnaestrada in dornbirn mit einer "potenziellen Wählerin" :)

landeshauptmann sausgruber mit potenzieller wähler (click to enlarge)

na dann wollen wir hoffen, dass die frau gymnaestrada-präsidentin hinterauer, ihres zeichens stadtratskollegin im auftrage der dornbirner övaupeh, mit etwas wohlwollen als 'sichere bank' eingestuft werden kann was die potenzielle wählerschaft eines herrn sausgruber betrifft ^^

ad gymnaestrada:

übrigens an dieser stelle noch eine ernst gemeinte gratulation an marie luise (margarethe) hinterauer, die mit ihrem team und den vielen ehrenamtlichen helfer/innen und mitarbeiter/innen einen wirklich schönen event nach vorarlberg gebracht hat. daumen halten, dass der hier verbreitete geist (come together, be one) nachhaltig auf uns alle einwirkt.

Sonntag, 24. Juni 2007

das dorobiror millionenloch - teil IV

es ist angerichtet !
oder "nun haben wir den salat" ...
oder wie ein ihnen allen bekanntes vorarlberger medium titelte: "ein meilenstein für die innenstadt"

geschmäcker sind eben verschieden - jedenfalls wurde vergangenen dienstag von der stadtvertretung der bau des o.a. millionenlochs freudig mit den stimmen von övp, spö und fpö beschlossen.

wenn ich mich recht entsinne, dann zeigte die rathausuhr in etwa 21:00 uhr - was den öffentlichen rundfunk nicht daran hinderte, schon um 19:10 die jubelmeldung zu verkünden :) - nicht zu unrecht davon ausgehend, dass in dornbirn an beschlüssen der mehrheitsfraktion nicht zu rütteln ist. koste es was es wolle.

allen bemühungen zum trotz (stv-tiefgarage (pdf, 111 KB)) wurden unsere bedenken ebenso bedenkenlos hinweggefegt, wie die simple tatsache, dass dieses loch uns die nächsten 25 jahre so einiges kosten wird: selbst bei äusserst vorteilhafter berechnung verbleiben als 'folgekosten' mindestens 150.000 € defizit - jedes jahr. in zeiten wie diesen keine schlechte summe, wenn man bedenkt, welche projekte jedes jahr aus einsparungsgründen im budget gestrichen werden. selbst eine kleine adaption für eine schulbibliothek muss dem rotstift zum opfer fallen, weil dann ja andere schulen auf die idee kommen könnten, ähnliches zu verlangen...

nun gut, oder eher schlecht - die chancen standen ja nicht gerade zum besten, dieses kind der stadtplanung noch aufzuhalten - vielleicht regt sich ja noch widerstand aus den reihen der dornbirner bevölkerung. aber wie die dinge liegen, wird es vermutlich erst nach baubeginn den meisten dämmern, was eine umleitung der stadtstrasse über monate für die innenstadt bedeutet...

Montag, 4. Juni 2007

tag der kleinwasserkraft

sonntag war ein guter tag - nicht zu warm und nicht zu kalt - gerade richtig, um mit familie und fahrrad ein wenig auf erkundungsreise zum thema 'kleinwasserkraft' zu gehen:

teil 1: inatura

wasserrad hydrowatt - inatura

das 'kraftwerk stadtgarten' wie es im städtischen jargon genannt wird, liegt am müllerbach - ein name, der ja nicht von ungefähr kommt: waren doch anno 1757 schon 21 (!) wasserräder im betrieb, die sowohl mühlen, als auch stampfen und sägen mit mechanischer energie versorgten. mit heutigem datum sind nur mehr 4 kraftwerke in betrieb... so eine art globalisierung im regionalen massstab ^^

inatura - tag der kleinwasserkraft - infostand

jedenfalls war der empfang sehr herzlich, die besucherzahl recht erfreulich und die information durch die inatura sehr gut. für laien, historiker und technisch interessierte gab es jeweils infoblätter - ein dickes lob an dieser stelle für die inatura!

teil 2: der rest vom schützenfest

angesichts der tatsache, dass in dornbirn mindestens 13 kleinwasserkraftwerke betrieben werden war es schon erstaunlich, dass ausser dem kraftwerk ebensand (sowieso täglich geöffnet), keine weiteren teilnehmer für diese aktion gewonnen werden konnten.

nicht einmal das kraftwerk forach - frisch saniert mit städtischem geld - hatte sich dem tag der kleinwasserkraft angeschlossen. wäre es doch eine hervorragende gelegenheit gewesen, der interessierten öffentlichkeit den nutzen einer derartigen investition näher zu bringen.

ein dickes minus in zeiten, wo energie immer kostbarer und teurer wird, wenn uns nicht gerade ein klimaerwärmter winter vorgaukelt, dass die entwicklung der heizkosten gar nicht so dramatisch sei...

Samstag, 2. Juni 2007

millionenloch, zum dritten

jetzt ist es offiziell, nicht beschlossen, nur besprochen und dennoch vollmundig als de-facto tatsache in den raum gestellt:

dornbirn baut eine MEGA-tiefgarage (o-ton peter mattner 'neue') mit gesamt 470 tiefgaragenplätzen. ach wie ist es doch so eine wunderbare gelegenheit, ohne vergeudung von grund und boden unter der stadtstrasse ein solches konstrukt zu platzieren.

oder haben tiefgaragen nicht grundsätzlich die seltsame angewohnheit, unter der erde platz zu finden, und damit den boden darüber für welche nutzung auch immer freizuschaufeln?

nach ansicht der rathausmehrheit (in treuer einmütigkeit unterstützt von rot und blau) ist dies offenbar ein dornbirner spezifikum und der amtsbericht hiezu spricht von einer "im höchsten ausmaß bodensparend(en)" massnahme.

"so isch des" z'dorobiro

Abends in der Tiefgarage...
<br />
...ist der Weg zum Auto sehr einsam *schluck*

und es wird wohl gut sein so...

jedenfalls sollen diese hochheiligen hallen für des menschen liebstes haustier auf 4 rädern mittlerweile ungesehen 33.000 € kosten dürfen pro stellplatz. da frägt man sich, ob's nicht vielleicht möglich wäre, 6 stellplätze weniger zu bauen und damit ein ganzes jahr einen probebetrieb für den stadtbus am sonntag zu finanzieren?

aber leider "isch des halt net so" z'dorobiro.

wo andere hochgelobte und erwünschte private investoren tiefgaragenplätze um 15.000 € gewinnbringend verkaufen, da dürfen wir als stadt nicht zurückstehen! und damit die kirche im dorf bleibt, kosten die unsrigen gleich mehr als doppelt so viel...

von gewinnbringend ist nicht einmal offiziell die rede. kein wunder, dass über die auslastung der bestehenden kulturhaustiefgarage kein wort verloren wird. "aber die hypo-garage ist voll" scheint das credo zu sein - ohne rücksicht darauf, dass dort kunden und personal entweder gratis oder zu stark ermässigten preisen parken.

............... more to come soon
logo

ansichten eines grünen stadtrates

g'schichten von ara bis zumtobel

HOT! HOT! HOT!

lang hats gedauert, aber jetzt kommt was: das bildungsvolksbegehren! update: Unterstützungserklärungen können ab 28. Februar bis 1. Juli abgegeben werden!

User Status

Du bist nicht angemeldet.

Neues aus Dorobiro

dorobiro zieht um !
scheiden tut weh - auch im netz :) aber was sein muss,...
mkonzet - 1. Apr, 22:58
die welt in 30 jahren
wir österreicher_innen sind ja als technikmuffel bekannt...
mkonzet - 29. Mär, 13:50
Grün-X
Kein Leichtes, im Lichte der Wahlen in Baden-Württemberg...
mkonzet - 27. Mär, 21:49
frauenbilder
dass ich es noch erleben darf, dass mir das wort "ewiggestrig"...
mkonzet - 21. Mär, 10:30
unsere strahlende zukunft
aller sprachlosigkeit zum trotz, die ich angesichts...
mkonzet - 17. Mär, 00:23

Archiv

Juni 2026
Mo
Di
Mi
Do
Fr
Sa
So
 1 
 2 
 3 
 4 
 5 
 6 
 7 
 8 
 9 
10
11
12
13
14
15
16
17
18
19
20
21
22
23
24
25
26
27
28
29
30
 
 
 
 
 
 
 
 

Suche

 

Status

Online seit 7085 Tagen
Zuletzt aktualisiert: 1. Apr, 22:59

Impressum

Martin Konzet Gechelbachgasse 12 | 6850 Dornbirn

Kontakt über dornbirn.gruene.at

Haftungshinweis:

Trotz sorgfältiger inhaltlicher Kontrolle übernehme ich keine Haftung für die Inhalte externer Links. Für den Inhalt der verlinkten Seiten sind ausschließlich deren Betreiber verantwortlich.

Creative Commons License
Diese(s) Werk oder Inhalt von martin konzet steht unter einer Creative Commons Namensnennung - Keine kommerzielle Nutzung 3.0 Österreich Lizenz.

Site Meter