Dienstag, 27. Oktober 2009

Böse böse Caritas

Chuzpe?

Was ist es, das man braucht, um einen Verein mit 10.487 hauptberuflichen Mitarbeiter_innen sowie über 26.000 ehrenamtlich Engagierten anzugreifen? Noch dazu einen der anerkanntesten karitativ tätigen Vereine Österreichs - die Caritas.

Oder vielleicht doch Irrsinn?

Jedenfalls ist es ein starkes Stück, das die Innsbrucker FPÖ kürzlich geliefert hat. Wortwörtlich wird verlangt, dass "das sogenannte "Caritas-Integrationshaus" [] aufgrund seines dem Ziel der Anpassung von Zuwanderern an die autochthone Tiroler Gesellschaft abträglichen Wirkens [] vorerst keine Förderung finanzieller, materieller oder ideeller Art durch die Stadt Innsbruck" bekommt.

FPOeInnbsruck (pdf, 285 KB)

Stein des Anstosses ist offenbar eine Kinderkrippe(!).

Insbesondere wird von den Vorkämpfern der modernsten aller Integrationsmodellen bemängelt, dass da 2-3-jährige OHNE DEUSCHKENNTNISSE aufgenommen werden... Der Untergang des autochthonen Tiroler Volkes ist nahe, vergebens der heroische Kampf des Andreas Hofer. Beim Wallnöfer! Caritas esse delendam!

Dienstag, 6. Oktober 2009

LTW aftermath

zwei wochen sind nun schon ins ländle gezogen seit der jüngsten landtagswahl. die schwarz-grünen koalitionsverhandlungen wurden mit tatkräftiger unterstützung eines "plauderers" auf seiten der övp-delegation ruck-zuck beendet. mit ausnahme der tatsache, dass sich die fpö höchst erfolgreich ins abseits manövrierte, hat sich nicht viel geändert. der hofstaat bleibt der selbe, und das gesicht meiner (ex)stadtratskollegin andrea kaufmann ersetzt somit die visage von dieter egger.

also wieder alles beim alten ?

einst als harmloser turn- und sportverein getarnt...

hmmm... offenbar nicht so ganz - jedenfalls fand ich beim letzten spielplatzbesuch ein paar brandneue zeichen jugendlichen leichtsinns. neben "x liebt y" und "ewige treue" findet man leider vermehrt erinnerungen an eine dunkle vergangenheit.

schön rot, damit es auch wirklich auffällt...

liebe wählerinnen und wähler, ihr habt etwas zustande gebracht: was lange vergessen, verschüttet oder gar überwunden geglaubt fühlt sich nun legitimiert und kommt an die oberfläche.

tausende plakate mit "kindergeld nur für heimische" und 25% fpö-stimmen gehen an manchen (und nicht nur) jugendlichen halt nicht so spurlos vorbei, wie uns viele expert_innen glauben machen wollen. ein rechtsruck ist ein rechtsruck ist ein rechtsruck.

Donnerstag, 24. September 2009

nochmal, nun mit weniger eile :)

man muss nicht zwangsläufig ein bauingenieursstudium absolviert haben, um brücken bauen zu können. wie das geht, zeigt uns vahide aydin (hoffentlich mit grossem erfolg) die nächsten vier jahre im vorarlberger landtag. als vorarlbergs erste migrantin wird sie demnächst an stelle von karin fritz für uns grüne vereidigt werden.

vahide aydin (40), sozialarbeiterin und jetzt neu im vorarlberger landtag

leicht wird es nicht, zwei kulturen miteinander zu versöhnen, die gerade wieder einmal aufs neue gezeigt haben, wozu sie in der hitze eines wahlkampfes fähig sind. wenn die blauen fetzen fliegen, bleibt sogar ein freundlicher, durch und durch intellektueller, und trotz anfeindungen sehr defensiver museumsdirektor als collateral damage auf der strecke, obwohl er selber mit all diesen plakatsprüchen gar nicht gemeint war...

wieviel mut braucht es, sich in dieses mediengetümmel zu stürzen? kaum war die katze aus dem sack, war der gang zum orf angesagt, live-interview und auftritt in vorarlberg heute inclusive; das mobiltelefon hätte sie am liebsten ins wc gespült, und schon heute ziert ihr konterfei die volle erste seite der NEUEn (bei der VN gelten andere normen: vahide klebt am unteren rand auf seite A10...).

vahide hat den erforderlichen mut und wird zweifellos beweisen, dass man vorbild und zeigefinger zugleich sein kann - nicht nur für eine seite, sondern für uns ALLE.

kein licht ohne schatten:

karin fritz am rednerpult

mit nur vier statt den erhofften fünf mandaten ausgestattet bleibt uns grünen nicht viel wahl - karin fritz muss somit leider aus dem landtag ausscheiden.

dass entgegen den beschwörungen unserer eltern der fleiss nicht (mehr) belohnt wird, haben viele menschen meiner generation schmerzhaft lernen müssen. nach einhelliger meinung der polit-experten reichte allein der angedrohte abgang von lh sausgruber, um ganze 5.000 ehemalige grün-wählerInnen dazu zu bringen, der ÖVP ihre stimme zu geben. karin ist viele jahre, monate, wochen, tage und stunden für das grüne projekt gerannt, nur um letztendlich von einer emotionswelle hinweggespült zu werden.

nichtsdestotrotz - an dieser stelle - vielen dank für deinen einsatz! hoffentlich findest du wieder den weg zurück.

Mittwoch, 23. September 2009

Eilmeldung: Vahide Aydin im Landtag !

ahnen durften wir es schon seit dem sonntag, wissen tun wir es jetzt:

VAHIDE AYDIN zieht als 4. Mandatarin über ein hervorragendes Vorzugsstimmenergebnis für die Grünen in den Landtag!

nachzulesen unter: dornbirn.gruene.at mit ein paar links zu den aktuellen Medienberichten.

Gratulation! es gibt also auch noch in der Egger-Ära positive Meldungen :)

kernöl...

...oder anders gesagt: schwarz-grün steht in der ersten verhandlungsrunde.

als drittplatzierte in ein rein formal nicht notwendiges koalitionsbett zu steigen ist keine einfache angelegenheit. auch wenn von seiten einiger övp-sympathisantinnen schon lange der ruf nach schwarz-grüner politik erschallt, so startet eine derartige verhandlung wie selbstverständlich unter begleitung von blauem gejaule.

völlig vergessen die tatsache, dass ein herr egger vor wenigen jahren in der exakt gleichen position als dritter (dazumals hinter der spö) von der övp ins bett geholt wurde. nichts neues unter der sonne also - politik lebt nun mal von vergesslichkeit.

die vorarlberger medienlandschaft scharrt ebenfalls in den startlöchern, und würde am liebsten schon morgen eine sensation verkünden. doch erstens bekommen wir erst kommenden montag das amtliche endergebnis der landtagswahlen und zweitens wird sonntags auch in oberösterreich gewählt.

umweltlandesrat rudi anschober, gen.dir. dr. leo winder, lh dr. josef pühringer (v.l.n.r.)

warum das für die o.a. gespräche so wichtig ist, brauche ich wohl niemandem im detail zu erläutern: das schwarz-grüne experiment oberösterreich steht am prüfstand - und der ausgang dieses experimentes wird beide seiten enorm interessieren!

Sonntag, 20. September 2009

ltw 2009 dornbirn

wie versprochen eine kurzinfo zum wahlergebnis in dornbirn. das landesweite ergebnis liegt nach meinen informationen etwas darunter (will heissen: dornbirn rulez ^^, zumindest was das grüne abschneiden betrifft).

nur zur geistigen vorbereitung für die zahlen: befürchtungen um blaue zustände auf gorbach-niveau werden bestätigt und die övp sollte die absolute (auch nach auszählung der in den nächsten tagen noch eintreffenden restlichen wahlkarten) halten können.

et voila:

övp: 9.258 stimmen (44,81%)
spö: 2.332 stimmen (11,29%)
fpö: 5.458 stimmen (26,42%)
grüne: 2.731 stimmen (13,22%)
kiebitz: 40 stimmen (0,19%)
bzö: 233 stimmen (1,13%)
gsiberger: 537 stimmen (2,60%)
wir gemeinsam: 70 stimmen (0,34%)

verfrühtes fazit:

blau gewinnt von rot und schwarz etwas gleichviel und katapultiert sich somit in altbekannte höhen vor der zeit der trennung in bzö und fpö. aus meiner kleinen unbedeutenden sicht heraus überrascht mich a) das satte minus bei der spö, die sowieso schon "am boden" war, und b) der völlige untergang des bzö, dem ich beileibe ein/zwei prozentchen mehr zugetraut hätte.

wir grünen dürfen uns als 2. wahlsieger bezeichnen mit einem plus von 1,6% sowie einem realen zuwachs an stimmen von 2.000 auf 2.700 (!). zumindest aus mathematischer sicht ein achtbares ergebnis, aber ganz gegen den üblichen trend der politik-profis sage ich mal, dass ich trotzdem enttäuscht bin. jede/r vierte dornbirner/in hat der fpö das vertrauen gegeben. eine watschn. nicht mehr und nicht weniger.

go vahide, go !

Donnerstag, 17. September 2009

ein hingucker

für die einen haben die untiefen der virtuellen welt etwas undefinierbar bedrohliches. andere sehen und nutzen die möglichkeit, mit geringem aufwand eine öffentlichkeit zu erreichen, die sonst im musterland der medienvielfalt niemals an die oberfläche der gesellschaftlichen wahrnehmung gelangen könnte.

jedenfalls hat jemand mit namen "schwachsinn09" im netz seine visitenkarte abgegeben und ich nehme mir die freiheit, sein werk entsprechend zu würdigen:



gratulation von meiner seite jedenfalls - leider an unbekannt. aber vielleicht kann sich das ja noch ändern?

jedenfalls, wer blut geleckt hat, dem kann abhilfe geschaffen werden:

windersvisionen
neindochohhhhh
(b)lowjobs

:)

Montag, 14. September 2009

Die Schwyzerstrasse

Dornbirn outskirts. Dort, wo keine teuren Tiefgaragen gebaut werden und keine gepflasterten Ortskerne mit liebevoll drapiertem Grün. Die dräuenden Landtagswahlen wurden von den AnwohnerInnen der Schweizerstrasse genutzt, um zu einer politischen Diskussion um die Verkehrssituation einzuladen.

Gekommen sind sie alle (auch meine unselige Wenigkeit). Vom Bürgermeister bis zum Landtagsabgeordneten, die oberste Riege der Stadtplanung, sogar der Projektleiter von Vision Rheintal und der Wirtschaftskammervizepräsident. Na bumm. Mein Lob galt in dieser Hinsicht den Veranstaltern: der typisch Dornbirner Fatalismus angesichts gottgewollter Rathausmehrheiten weicht langsam der Erkenntnis, dass WIR ALLE Politik machen können.

Natürlich, wer sich ein klares Bekenntnis zu Variante X mit perfekter Entlastung der Schweizerstrasse von PKW und LKW Verkehr erhoffte, wurde sicherlich enttäuscht:
  • Wer neue Strassen bauen will, braucht die dazu passenden Grundstücke.
  • Wer Grundstücke kaufen will, braucht willige Verkäufer.
  • Legt sich einer quer, muss man sein Glück mit Enteignungen versuchen.
  • Und wer enteignen will, muss hieb- und stichfest beweisen können, dass die angepeilte Lösung die beste aller möglichen ist.
Volles Mitgefühl für alle, die unter dieser unsäglichen Lärmbelastung leben/wohnen/arbeiten müssen! Und dennoch: Wenn heute die Bleichestrassenlösung gebaut wird, kommen wir morgen zur nächsten Diskussionsrunde mit den dortigen AnwohnerInnen und sind im Grunde keinen Schritt weiter.

Am 13. Oktober 2009 werden wir endlich OFFIZIELL informiert und der Prozess rund um Rheintal Mitte (Vision Rheintal) kann in die Entscheidungsphase gehen. Der Wille zu einer baldigen Lösung ist erkennbar, doch unseren zukünftigen Generationen sind wir es schuldig, dass wir nicht auf die Schnelle 20 oder 30 Millionen Euro ins Ried setzen, ohne uns der Sache wirklich wirklich sicher zu sein.

Montag, 13. Juli 2009

GoogleCam z'Dorobiro

Na bumm, endlich ein Zeichen, dass wir doch nicht ganz aus der Welt sind im kleinen feinen Ländle: Google auf der Dornbirner Stadtstrasse Richtung Schwefel!

google-cam-dornbirn

Na - vielleicht haben die Jungs und Medels von Google nur darauf gewartet, dass die Stadtstrasse endlich für den Verkehr freigegeben wurde...

Und als kurzweiligen Bezug zum aktuellen Logo dieses Weblogs: Wollen wir doch schwer hoffen, dass die GoogleCam einen weiten Bogen um die Dornbirner Recyclingstationen gemacht haben :)

napoli

Jedenfalls stellen sich einige Leute die Frage, ob Google mit diesen Fahrten nicht zu stark in die Privatsphäre eingreift; andere wiederum kontern mit ein wenig mehr Humor diese Angelegenheit:

ansichten eines grünen stadtrates

g'schichten von ara bis zumtobel

HOT! HOT! HOT!

Wetter

Aktuelles Wetter in Dornbirn:


Temperatur: 11 C
UV Index: 2
Luftfeuchte: 58 %
Sichtweite: Unlimited km
Luftdruck: 950.6 mb
Windstärke: 14 km/h

Weather data provided by weather.com

Neues aus Dorobiro

Böse böse Caritas
Chuzpe? Was ist es, das man braucht, um einen Verein...
mkonzet - 27. Okt, 15:42
links und "zu weit links"...
wo ich ihnen recht gebe, ist die tatsache, dass man...
mkonzet - 19. Okt, 12:07
Zu weit links ist auch...
Rechtsruck? Vielleicht, aber eher nicht. 25% der Vorarlberger...
greenberet - 13. Okt, 00:07
LTW aftermath
zwei wochen sind nun schon ins ländle gezogen...
mkonzet - 6. Okt, 14:49
nochmal, nun mit weniger...
man muss nicht zwangsläufig ein bauingenieursstudium...
mkonzet - 24. Sep, 18:08

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