Freitag, 5. März 2010

Xundheit !

Wahlplakate sind von Natur aus Blick- und Kritikfang in einem. Erstens kommt man ihnen nicht aus, da an jeder 2. Ecke eines steht (als Mittäter verbeuge ich mich vor der werten Leser_innenschaft und bitte um Vergebung :-), und zweitens lässt das Format keine besonders intelligenten Texte zu.

Ausser dem allfälligen Konterfei - in Abhängigkeit der physischen Grundlagen mehr oder minder ästhetisch - braucht es die Verkürzung der Message, da in unserer schnellen Welt die Sicht- und Lesbarkeit auf motorisierte Verkehrsteilnehmer_innen abgestimmt werden muss.

Resultat: "Heimat für alle", "Lebensqualität sichern" und "Wir sind immer für Sie da" sagen alles und nichts. Was sollten sie auch sonst tun...

salzschnee

Dumm ist nur, wenn man seine eigenen Aussagen mit bildhafter Konsequenz selbst konterkariert: wenn "Gesunde Politik für eine gesunde Stadt" neben einem nett drapierten Salz-Schneehaufen zu stehen kommt, darf man sich schon fragen, wie glaubwürdig das denn sein soll. Salz ist Gift für unsere Pflanzen! Eine selbsternannte "Gartenstadt" sollte den geräumten Schnee von der Strasse nicht auf die umliegenden Wiesen verteilen.

Bäume, Sträucher und Gräser würden es danken.
In diesem Sinne: Gesundheit !

Mittwoch, 3. März 2010

Ohne Geld ka Musi II

Ein Nachtrag aus gegebenem Anlass, und sehr zu meiner Freude:
Sehr geehrter Herr Konzet,

Ich darf ihnen auf diesem Wege mitteilen, dass der ORF offenbar im Gegensatz zu vol.at keine Gebühren für chats einhebt. Wir haben diesemla keine durchgeführt, sollten Sie jedoch einmal eingeladen werden, ist das kostenlos. Die einzige Auflage: Sie sollten selbst tippen.

Mit freundlichen Grüßen,
Marion Flatz

Dr. Marion Flatz-Mäser
Chefredakteurin | Aktueller Dienst Landesstudio Vorarlberg
ÖSTERREICHISCHER RUNDFUNK, ORF

Ich hoffe, ich überschreite damit keine Grenzen der Vertraulichkeit, aber wenn man einmal einen Grund hat, jemanden zu loben, dann sollte man es auch tun! Gratulation an den ORF!

Übrigens: Wie wichtig es ist, zu Wort kommen zu können, konnte ich anlässlich einer Diskussion im Kolpinghaus (Gesellschaftspolitischer Stammtisch) zum Thema Abtreibung feststellen:
Katharina Wiesflecker nutzte die Gelegenheit, die klare Positionierung der Vorarlberger Grünen GEGEN eine Abtreibung auf Krankenschein aufs Neue zu betonen. Das Raunen und Erstaunen im Saal war gross. Kaum jemand hatte offenbar die zahlreichen Veröffentlichungen dazu gelesen, gesehen oder gehört...

Freitag, 26. Februar 2010

Ohne Geld ka Musi

Da ereilt mich doch ein wirklich wirklich nettes Email aus Schwarzach:
Sehr geehrter Herr Konzet.

Ich bin für das Gebiet Dornbirn, Lustenau und Hohenems als Mediaberaterin für das Medium Vorarlberg Online zuständig.

Wir bieten den Kandidaten bei den Gemeindewahlen die Möglichkeit sich in einem Online-Chat zu präsentieren.
Bewerbung des Chats auf der Startseite vol.at mit redaktioneller Begleitung und auch Vorankündigung.
Preis für 1 Stunde Chat inkl. Bewerbung und Download des Chat-Protokolls für € 600,- exkl. MwSt.
Termin in der Woche vor der Wahl sind für die Kandidaten frei wählbar.

Ich würde mich sehr freuen, wenn auch Sie dabei wären.
Gerne erwarte ich Ihr Feedback und vielleicht auch schon einen Terminvorschlag.

Freundliche Grüße aus Schwarzach

Ich bin ja selten auf den Mund gefallen, aber die Frage, ob ich das machen soll, oder nicht, bringt mich ausnahmsweise mal in Verlegeneheit:

a) Ist es eine der wirklich seltenen Gelegenheiten, im O-Ton meine Meinung äussern zu können. Ungeschminkt und unzensiert (davon gehe ich mal aus...). Bei Presseaussendungen z.B. geht das nicht, also sollte man froh sein, so eine Möglichkeit nutzen zu können.

b) Geht es mir ziemlich auf den Keks, diesem mit öffentlichen Geldern geförderten Medium auch noch mein eigenes Geld in den Rachen zu schieben. Würde man doch meinen dürfen, dass eine Presseförderung einen gewissen Auftrag zur objektiven Berichterstattung garantieren würde.


Was nun ?
Zähne knirschend mitmachen, oder höflichst zurückschreiben, ich wäre durchaus daran interessiert, wenn man mir die entfallene Arbeitszeit vergüten könnte ?

Diese Frage gebe ich gerne meiner kompetenten Leserschaft weiter - am Geld allein soll es ja nicht scheitern, aber etwas Motivation bräuchte ich halt schon dazu :)

Flame on !

Mittwoch, 17. Februar 2010

Gmuondsrot - jetzt wirds spannend

Der Fasching ist vorbei. Der Frühling wird nicht mehr lange auf sich warten lassen, und einstweilen spriessen schon die ersten Wahlplakate entlang der Dornbirner Strassen wie Schneeglöckchen aus dem Boden.

Jetzt beginnt sie, die heisse Phase des Wahlkampfes. Meinereiner wartet schon mal gespannt auf die ersten Plakate. Mal sehen, ob wir das eine oder andere Minarettchen erblicken werden, oder ob der eher seidenweiche Ton der ersten FPÖ-Aussendung beibehalten wird. Ich würde es mir jedenfalls wünschen. Nicht nur mir, sondern allen Dornbirnerinnen und Dornbirnern - wir sollten nach der Wahl ja irgendwie GEMEINSAM mit Wirtschaftskrise u. Co. fertigwerden...

Kampf der Giganten

Momentan überwiegt bei mir jedenfalls eine positive Stimmung, die es mir erlaubt, gewisse Äusserungen mit Humor zu nehmen: etwa, wenn ein Herr Schönbeck für ein "Faires Miteinander von Mensch und Hund" plädiert und gleichzeitig "Sozialwohnungen nur gegen Integrationsnachweis" an Zugewanderte verteilen möchte. Naja, ein Hund sollte man sein, da fragt wenigstens keiner nach der Muttersprache...


---
Als Nachschlag noch ein paar Links, damit man/frau den Überblick über meine Aktivitäten nicht verliert:

website dornbirner grüne - der oldtimer :)
weblog auf twoday.net - you are right here now...
facebook - darf auch nicht fehlen
dornbirner grüne auf facebook - das jüngste kind
anti-strache-comic - ein joint-venture mit der jvp

Freitag, 5. Februar 2010

Gutshof Martinsruh

Gutsherrenpolitik einmal wörtlich genommen: Bei der Arbeit am grünen Wahlpgrogramm (nachzulesen auf dornbirn.gruene.at) bin ich auf interessante Details zu unserem Gutshof gestossen:

Wir Grünen kämpfen schon seit Jahren um die Einrichtung eines Biohofes - ganz nach dem Vorbild der "blauen" Lustenauer, die aus ihrem Gutshof Heidensand schrittweise einen Vorzeige-Bio-Betrieb machen werden. Erfolglos - wie immer, wenn unsere schwarzen Gutsherren einfach nicht auf uns hören wollen und mit dem Status Quo zufrieden sind...

Vor circa einem Jahr hatte ich Kontakt mit Leuten, die ein "Land der Jugend" mit relativ undefiniertem Standort als Projektidee geboren hatten. Als Jugendstadtrat beschäftigt man sich gerne mit guten Ideen und so kam eines zum anderen:

Ein "Land der Jugend" am Gutshof Martinsruh!

Beschäftigung und Betreuung VON Jugendlichen unter weitgehender Selbstverwaltung DURCH Jugendliche. Eine Möglichkeit mehr, in Krisenzeiten mit hoher Arbeitslosigkeit der Jugend im Ländle eine Perspektive zu geben: Biologische Landwirtschaft, Unterkünfte und ein eigenes, selbständiges Gemeinwesen könnten am Gutshof verwirklicht werden.

Unterstützung kam von weit oben: das Vorarlberger Kinderdorf und das IFS setzten ihre Unterschrift unter eine Projektstudie. Erfolglos - wie immer, wenn unsere schwarzen Gutsherren einfach nicht auf uns hören wollen und mit dem Status Quo zufrieden sind...

Dabei steht im Pachtvertrag eine Präambel mit brisantem Inhalt:
"Im Sinne der vom Stadtrat am 2. April 1991 beschlossenen Zielsetzungen soll der städtische Gushof Martinsruh [...] nach ökologischen Grundsätzen bewirtschaftet werden." Danach: "Dem Gutshof Martinsruh kommt auch eine soziale Funktion zu. Nach Massgabe der Möglichkeiten [...] ist abzustimmen, inwieweit aus gesundheitlichen Gründen und zu Integrationszwecken vom Sozialreferat nominierte Personen in den Arbeitsprozess eingebunden werden können." Weiters: "Der Gutshof [...] sollte auch Vorbildwirkung für eine künftig ökologisch zu führende Landwirtschaft haben." Alles da, um aus dem sprichwörtlichen "Sauhaufen" etwas visionär neues zu schaffen, ganz nach dem Text der Präambel: "Dieser Betrieb sollte damit nach Massgabe der Möglichkeiten auch für innovative Versuche bereitstehen".
Wer kann so etwas noch blockieren?

Nun - da in Dornbirn nur eine Person regiert, dürfte es wohl am jovialen, musikalischen und meist gutgelaunten Bürgermeister liegen, der hier die Bremse gezogen hat. Fragt sich nur, wie lange er das noch durchhält...

Mittwoch, 16. Dezember 2009

Budget Dornbirn 2010

Was würden Sie als Bürgermeister_in in Zeiten einer Wirtschaftskrise tun, sofern Sie in wenigen Monaten wiedergewählt werden wollten?

a) Augen zu, Schuldenhahn auf und durchtauchen
b) Gürtel enger schnallen und Sparen


Nun, da vermutlich niemand die Anwort b) ernsthaft in Erwägung ziehen würde, darf ich die Variante "durchtauchen" zur einstimmigen Siegerin erklären. Der Dornbirner Schuldenberg steigt wie in den Boom-Jahren zuvor unaufhaltsam Karrenwärts. Anno 2002 - also gefühlte 50 Jahre in der Vergangenheit - standen wir bei 74 mio €uro Darlehen und einer Pro-Kopf-Verschuldung von 2.000 €uro. Anno 2010 halten wir bei 145 mio €uro Darlehen und einer Pro-Kopf-Verschuldung von 3.400 €uro.

Wirklich bedenklich ist das mit Blick auf ein recht passables Grundstücks- und Immobilienvermögen der Stadt Dornbirn allerdings nicht - zumindest noch nicht. Aber die Zukunft sieht wenig vielversprechend aus: selbst die nüchternen Zahlenjongleure in der Finanzabteilung rechnen mit roten Zahlen für die gesamte kommende Verwaltungsperiode. Die Spirale wird sich unweigerlich weiterdrehen.

Umso wichtiger ist es aus unserer Sicht, in Zukunft jeden Cent auf nachhaltige Kriterien abzuklopfen: Klimaschutz, Gerechtigkeit und soziale Fairness müssen als Grundlage für alle Entscheidungen verankert werden. Keine leichte Aufgabe in einer Stadt, in der selbst die simple Forderung nach einem Frauenförderplan nahezu Null Chance auf Umsetzung hat.

Wir bleiben dran!

Und wer über genügend Zeit- und Energiereserven verfügt, dem sei unser diesjähriger Budgetkommentar ans Herz gelegt - zu finden auf dornbirn.gruene.at.

Und bevor ich es vergesse: wünsche allen Leser_innen ein frohes Fest, besinnliche Feiertage sowie Erfolg und Gesundheit im kommenden Jahr!

Montag, 30. November 2009

pol pot pourri, von minaretten und sozialen hängematten

angesichts der tatsache, dass unsere schwyzer nachbarn den vergangenen sonntag zum tag der minarettabrechnung erhoben haben bleibt mir die spucke weg, der mund offen und ich fühle mich mehr als sprachlos und traurig sowieso.

andersrum

nicht, dass so ein pholxentscheid in vorarlberg anders ausgehen würde, aber den zynismus der schwyzer könnten wir selbst mit 3/4 mehrheit gegen minarette kaum toppen: am selben tag wurde von denselben bürger_innen das verbot von rüstungsmaterialexporten mit grosser mehrheit abgelehnt. zur not könnten sich also ein paar fanatiker im ausland mit schwyzer waffen eindecken, so die situation denn eskalieren würde...

überhaupt geht momentan einiges schief in unserer welt; ich bin eigentlich immer für optimismus zu haben - sonst würde ich wohl keinen müll trennen, keine energiesparlampen einbauen und ganz sicher nicht in der politischen öffentlichkeit tätig sein. sogar einen birnbaum habe ich heuer mit meinem junior gepflanzt, und trotzdem ist mein glauben an eine positive zukunft derzeit schwer unter beschuss. warum dem so ist, da lasse ich für heute ein paar links sprechen:

erwin ringels erben zur verrohung österreichs - doch was zählt die akademische meinung in einem land der bierseligkeit, in dem jeder zweite stammtisch WEISS, dass es gar keinen klimawandel gibt?

dazu noch einen nachtrag vom wochenende - selbiger (der klimawandel) ist nicht nur unaufhaltsam, sondern auch noch schneller, als uns lieb sein wird. passt ja zu unserer hektischen zeit...

erwin pröll vor 10 jahren zum thema politikergehälter - ein klassiker, das hab wohl nur ich heute zum ersten mal gesehen. was sein landsmann ewald stadler wohl dazu gesagt hat ?

und noch ein pröll in der kritik - na wenigstens gibt es noch leute, die das aussprechen, was mir auf der zunge liegt. danke, robert.

gn8 allerseits

Samstag, 7. November 2009

influenzaaaaa !

seit der vogelgrippenpleite lagern in feldkirch (rfl) tausende ungebrauchte ariel-weisse schutzanzüge sauber verpackt und gestapelt in einer halle. was wir (der volk) dafür bezahlt haben, entzieht sich meiner kenntnis.

und weil das so gut geklappt hat, kaufen wir seit kurzem 16 millionen dosen an schweinegrippenimpfstoff, auf dass den pharmakonzernen die gewinne nicht ausgehen mögen. wäre doch irgendwie ungerecht, wenn nur die banken milliarden abschöpfen und die automobilkonzerne von der schrottprämie profitieren dürften.

doch geld ist nicht alles - interessantes findet sich im internet aus dem geburtsland des h1n1-virus (mexiko; "la jornada" vom 14. september 09) wenn auch nicht aus nachprüfbarer quelle, aber was macht das schon, wenn der inhalt passt:

"Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Menschen an der Malaria, die ganz einfach durch ein Moskitonetz geschützt werden könnten. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Auf der Erde sterben jedes Jahr 2 Mio. Mädchen und Jungen an Durchfallerkrankungen, die mit einer isotonischen Salzlösung im Wert von ca. 25 Cent behandelt werden könnten. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert.

Die Masern, Lungenentzündungen und andere mit relativ preiswerten Impfstoffen heilbare Krankheiten haben jedes Jahr bei fast 10 Mio. Menschen den Tod zur Folge. Und den Nachrichten ist es keine Zeile wert."


im volltext zu finden auf blogspot.com, für alle interessierten zum nachlesen.
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lang hats gedauert, aber jetzt kommt was: das bildungsvolksbegehren! update: Unterstützungserklärungen können ab 28. Februar bis 1. Juli abgegeben werden!

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