Samstag, 21. März 2009

Grüne Landesversammlung III

mein letzter eintrag: nach der wahl von platz 4 und 5 tut sich ja nicht mehr ernsthaft viel...

karin betont in ihrer rede ihre zahlreichen leistungen in der letzten legislaturperiode. selber sieht sie sich aber auch als "bezirksabgeordnete", die verstärkt auch regionale themen in und um bludenz aufgegriffen hat (kennt jemand "nofatnom" ?).

das gerangel um platz 4 war dann doch nicht so grandios - haydar aydemir kam nochmal kurz ans podium und erklärte seine arbeit mit und bei den grünen ab sofort für beendet. ich wage mal die prognose, dass er sich demnächst auf einer nbz-liste wiederfinden könnte. nun gut, ich bin nicht das orakel von delphi, aber wer weiss das eigentlich schon - vielleicht bin ich's ja doch :)

ergebnis: platz 4: karin fritz mit 93% der delegiertenstimmen

nun steigt vahide aydin (dornbirn) in den ring: das 5. mandat ist nach offizieller zählweise ein sogenanntes "kampfmandat". damit ist meiner meinung nach jedoch noch nicht viel gesagt - erstens sind auch die 4 jetzigen grünen mandate noch NICHT fix erreicht, zweitens könnte man genausogut das 6. mandat als kampfmandat bezeichnen, weil den grünen nur ganz wenige stimmen auf das 5. mandat fehlen.

vahide betont neben ihrer funktion als migrantensprecherin auch klar, dass sie sich nicht auf das migrantenthema reduzieren lassen wird. nach nervösem anfang läuft sie zu einer hochform auf, die nur knapp an der kategorie "standing ovations" vorbeischrammt. erstmals gibt's im saal eine echte begeisterung. mit so einer stimmung können die wahlen kommen - wir sind gerüstet!

ergebnis: platz 5: vahide aydin mit 99% der delegiertenstimmen - REKORD !!!

bye bye - bis zum nächsten blog-eintrag. soll nicht heissen, dass nicht noch interessante leute kämen: dominik bartenstein (bregenzerwald) und lea slana (hard), um nur zwei besondere persönlichkeiten hervorzuheben.

Grüne Landesversammlung II

es ist nicht gerade ein match der kategorie elton vs. simon zu erwarten, aber zumindest gibt's jetzt die erste konkrete aus-"wahl" für die landesliste:

haydar aydemir plädiert für den ersten migranten im vorarlberger landtag. wo er sicherlich recht hat, ist die tatsache, dass keine andere partei migranten in den landtag entsenden wird. entweder man schafft's mit den grünen, oder die migranten werden noch länger "draussen" bleiben (dazu später noch bei der kandidatur um platz 5).

bernd bösch konzentriert sich auf seine spezialgebiete wirtschaft und energiewende. sein luschnouarisch versteckt er zwar etwas, aber dafür glänzt er mit ein paar echt humorigen sätzen - da schmerzt das gute wetter draussen gleich etwas weniger :)

ergebnis: platz 3: bernd bösch mit 81% der delegiertenstimmen

karin fritz kandidiert nun um den 4. platz - mal sehen, ob haydar als unterlegener aus der vorwahl später noch einmal antreten will...

Grüne Landesversammlung I

heute findet die grosse grüne listenwahl zum vorarlberger landtag statt. das wetter draussen ist "katastrophal" gut, der besucherandrang dennoch recht imposant.

anders formuliert: für all jene, die an diesem sonnigen samstag nachmittag besseres zu tun haben, werde ich ein paar kurzmeldungen zu den listenplätzen durchgeben:

johannes startet mit einer umfassenden rede in den ersten wahlgang. was mir besonders auffällt, ist der einhellige applaus der knapp 90 delegierten beim nebensatz "schwul sein ist keine krankheit". ist schon ernsthaft traurig, dass wir im jahre 2009 so etwas noch öffentlich verkünden müssen, weil es bei uns immer noch katholoide gegenstimmen zu dieser ansicht gibt.

ergebnis: platz 1: johannes rauch mit 93% der delegiertenstimmen

mit einem seitenhieb auf die "ortnersche one-man-show", wie in den vn gerne geschreiben wird, startet die nr. zwei katharina wiesflecker in ihre rede.

ansonsten dominieren bei ihr die themen kinderbetreuung, pflege, armut und recht deutlich auch: frauen bzw. benachteiligungen.

ergebnis: platz 2: katharina wiesflecker mit 92 % der delegiertenstimmen

nun warte ich gespannt auf das duell um platz 3 zwischen bernd bösch (lustenau) und haydar aydemir (höchst): endlich eine echte "wahl", denn zum wählen bzw. auswählen braucht man halt auch eine auswahl... im konkreten fall wage ich allerdings die prognose, dass es ein sehr deutliches ergebnis geben wird. mehr dazu im nächsten beitrag.

Mittwoch, 4. März 2009

der öffi effekt

falls schon mal jemand daran gezweifelt hätte, dass der öffentliche verkehr seine existenz ausschliesslich dem umweltschutz verdankt, dem sei die neueste studie des vcö zum thema öpnv ans herz gelegt:

"soziale aspekte von mobilität" widmet sich einem detail, das in den anfängen des öffentlichen verkehrs zu beginn des 20. jahrhunderts ganz klar im vordergrund stand: der öffentliche verkehr war das ideale fortbewegungsmittel der massen. die städte wuchsen, die entfernungen zu den arbeitsplätzen ebenfalls und einen motorisierten individualverkehr gab es so gut wie keinen.

danach kam der siegeszug des österreichers liebsten vierrädlers und es braucht offenbar eine veritable krise, um zu begreifen, dass man mit strassen- und tiefgaragenbauten keine mobilitätsprobleme nachhaltig lösen kann.

"Wir sollten diese Win-Win Situationen nützen: Arbeitsplätze schaffen, Mobilitätsarmut bekämpfen, die Geldbörse Einkommensschwächerer entlasten und Luftverschmutzung reduzieren. Um Mobilität auch für die sozial Schwächsten zu ermöglichen, sind der Linzer Aktivpass oder der Wiener Mobilitätspass vorbildlich" (sozialexperte schenk)

irgendwie gefällt mir das als grüner, dass man nicht immer das böse co2, den feinstaub und die klimaerwärmung erwähnen muss, um dem öffentlichen verkehr zu einer renaissance zu verhelfen. während sich die internationalen finanzwolken weiter zusammenbrauen und auch die vorarlberger wirtschaft in ihren abwärtsstrudel hineinziehen, sollten wir uns verstärkt dem ausbau der öffis widmen.

Ein gut besetzter Linienbus verursacht pro Fahrgast nur etwa 10–25 % der Treibhausgas-Emissionen eines gut besetzten Autos und nimmt obendrein erheblich weniger Straßenraum in Anspruch. Hinzu kommt beim MIV noch der Flächenverbrauch für den ruhenden Verkehr (Parken), der sehr hoch ist und oft bei vergleichenden Betrachtungen nicht berücksichtigt wird. (wikipedia "öffentlicher personennahverkehr")

die studie ist selbstverständlich beim VCÖ erhältlich: (01) 8932697, vcoe@vcoe.at; www.vcoe.at

Mittwoch, 18. Februar 2009

gepflegte und gehegte einzelfälle

april 2008: ein bewohner des pflegeheimes lustenauerstrasse ist durch die verschlechterung seiner pflegesituation derart enttäuscht, dass er sich trotz rollstuhl und multipler sklerose auf den weg in die dornbirner stadtvertretung macht und mit hilfe der grünen seine beschwerden dort anbringt, wo sie gehört werden MÜSSEN.
mai 2008: nix
juni 2008: nix
juli 2008: nix
august 2008: nix
september 2008: er schaltet den patientenanwalt des landes ein, da in den letzten monaten alles beim alten geblieben ist. seit 2 jahren wartet er auf das erste vollbad.
oktober 2008: nix
november 2008: nix
dezember 2008: alles im grünen bereich, antwortet der capo communale auf anfrage; sind doch nur einzelfälle
januar 2009: nix
februar 2009: der ORF nimmt sich zeit für eine berichterstattung zur pflege in dornbirn, weil ein paar mutige angehörige sich wagen, einen offenen brief an den bürgermeister zu richten
märz 2009: es wird evaluiert - eine allseits anerkannte unabhängige fachfrau wird die evaluation der pflegeheime leiten

weil ja auch einzelfälle evaluiert werden müssen ?

oder vielleicht ist es normal, dass städtische bedienstete angst haben, ihren job zu verlieren. und vielleicht ist es normal, dass hochbetagte pflegebedürftige bewohnerInnen in den allermeisten fällen zu wenig energie haben, um gegen eine stadt dornbirn aufzutreten. vielleicht ist das so. wer weiss.

Samstag, 14. Februar 2009

20 jahre tiefgarage

dia tüfgarasch, des grosse loch,
dia isch so voll, as wundrat doch.
sie sei rentabel, würkle wohr
und koscht üs höchstens no zwanzg johr.
des goht jo schneall, mei sind mir froh
maschgoro maschgoro rollolo!


amtlich bestätigt, und schriftlich im gemeindeblatt nachzulesen: die tiefgarage könnte in 20 (!) jahren rentabel sein. also die 19 jahre davor muss man davon ausgehen, dass der kleine grüne maxi richtig gerechnet hat und die kosten für errichtung und betrieb übersteigen klar und deutlich die einnahmen durch die (eh stark erhöhten) parkgebühren.

an dieser stelle einmal dank von grüner seite an den chef des dornbirner gemeindeblattes, dass er nach gezählten 50 presseaussedungen über die stadtgarage im jahr 2008 (quelle: bürgermeister o-ton beim neujahrsempfang der stadt dornbirn) auch einmal die grüne sichtweise darstellt. naja - jeder macht mal fehler... ;-)

was aber passiert in 20 jahren, wenn die tiefgarage "rentabel" geworden ist ?
  • fahren wir in 20 jahren überhaupt noch autos ?
  • fahren in 20 jahren vielleicht doppelt soviele kfz ?
  • muss man in 20 jahren die tiefgarage generalsanieren (bei der "alten" kulturhausgarage war's jedenfalls so)
  • heisst der bürgermeister in 20 jahren immer noch wolfgang ?
  • heisst der stadtkämmerer in 20 jahren immer noch werner (das ist zum allgemeinen verständnis übrigens derjenige, der gemeint hat, die tiefgarage sei so rentabel, er würde sie sogar selbst mit eigenem geld bauen...)
wie dem auch sei, grob gerechnet kostet ein tiefgaragenplatz in etwa so viel, wie ein jahr gehalt für eine zusätzliche pflegehilfskraft in einem pflegeheim ihrer wahl. aber das ist eine andere geschichte...

Samstag, 31. Januar 2009

es bewegt sich was in dorobiro

zugegebenermassen - ich bin nicht unbedingt der grösste fan des faschings, aber einer freundlichen einladung zum dornbirner narraobod folge ich zumeist doch gerne. bekommt man doch neben amüsanten anekdoten und professionellen sketchen auch die wirklich wichtigen themen der stadt serviert. dass heuer vornehmlich der bau der tiefgarage durch den kakao gezogen wurde... nun, das ist eine andere geschichte.

unbemerkt von der medialen öffentlichkeit wurde ich zeuge einer zaghaften kulturellen revolution: zum ersten mal in der geschichte des narraobods nahm neben lechers, winsauers und co. auch ein "narr" türkischer herkunft auf der bühne einen platz ein - noch dazu heftig beklatscht vom publikum (um nicht zu sagen, er habe beinahe standing ovations bekommen).

jedenfalls sind es diese kleinen dinge, die den weg zur normalität ebnen. miteinander, nebeneinander, übereinander und untereinander - wie integration in zukunft aussehen wird, weiss ich nicht genau. eines ist mir aber klar: an der beteiligung der migranten an allen unseren einrichtungen führt kein weg vorbei. vor allem, wenn wir unsere standards halten wollen, denn da brauchen wir von allen die besten.

genau wie bei der dornbirner polizei, wo seit beginn dieses jahres der erste polizeianwärter türkischer herkunft seinen dienst versieht.

auch bürgermeister können über schatten springen :)

Sonntag, 18. Januar 2009

buko 2. tag

andere parteien brauchen ein knittelfeld, um grössere veränderungen umzusetzen. die grüne baustelle nach der (zumindest relativ) enttäuschenden nationalratswahl dürfte mit dem heutigen tag "relativ" unspektakulär erledigt sein.

nach der bravourösen kür von eva glawischnig als nachfolgerin von alexander vanderbellen stand heute sonntag eine weitere entscheidende weichenstellung für uns auf der tagesordnung: wird erneut das urgestein johannes voggenhuber als nr. 1 die grünen europakastanien aus dem feuer holen, oder eine der profilierten gegenkandidatinnen? um die sache kurz zu machen - es war zwar eine knappe entscheidung mit 46% zu 54%, aber eine mehrheit ist eine mehrheit und johannes voggenhuber musste das feld räumen. die ersten listenplätze ergaben folgende reihung:

platz 1: ulrike lunacek
platz 2: eva lichtenberger
platz 3: monika vana

wenn ich mich richtig erinnere, dann sprach vanderbellen im vergangenen nationalratswahlkampf von der partei der starken frauen. ob er so ein ergebnis schon vorausgeahnt hatte? vielleicht, vielleicht auch nicht - jedenfalls darf "mann" feststellen, dass ein weibliches spitzentrio ein interessantes und positives zeichen ist. unabhängig davon, ob der abgang voggenhubers als grosser, mittlerer oder kleiner verlust gesehen wird. wie man am wahlergebnis ablesen kann, dürften die meinungen unter den grünen delegierten durchaus zwiespältig sein.

die grünen quoten scheinen ihr ziel erreicht zu haben: frauen sind bei den grünen wirklich nicht eine art aufputz mit brüsten. grüne frauen haben ihren platz mit einsatz, profil und selbstbewusstsein erobert - "die überwindung der quote durch die quote" habe ich an anderer stelle schon mal geschrieben.

den ersten lackmus-test werden wir bei der europawahl durchführen. von meiner seite gibts jedenfalls ein TOI TOI TOI !!!!

Samstag, 17. Januar 2009

die buko bloggerei

unschuldig sitzt man(n) beim grünen bundeskongress der grünen in einer messehalle in klagenfurt und darf miterleben, wie eva glawischnig mit über 97% der delegiertenstimmen zur neuen bundessprecherin der grünen gewählt wird. mit oder ohne meine eigene stimme - das lasse ich jetzt mal offen; die jeweilige wahrscheinlichkeit könnten fleissige mathematiker in nullkommanix ausrechnen.

unschuldig sitzt man da und rund um einen herum bloggt sich die welt durch die gleichnamige sphäre. irgendwie wahnsinnig, irgendwie auch vielversprechend, was da passiert: einerseits kommt man sich vor wie bei einem abfahrtsrennen - wer als erstes einen beitrag im kasten hat, gewinnt... andererseits sehe ich darin eine durchaus positive grundhaltung: wenn auch die letzten wahlen nicht unbedingt die erfolgreichsten der grünen geschichte waren, so glauben wenigstens wir grüne selber daran, dass es noch leute gibt, die es interessiert, was bei uns passiert.

parallel dazu erklärt alexander van der bellen nach der wahl von eva in seiner (quasi-) abschiedsrede, dass er wahlergebnisse jenseits der 90% quote nicht mal zu träumen gewagt hätte in seiner "aktiven" zeit als bundessprecher.

97% für eva glawischnig (neue bundessprecherin)
93% für sigrid pilz (neu im bundesvorstand)
94% für johannes rauch (neu im bundesvorstand)

mmmmhhhh - da schleich ich mich mal mit einem guten gefühl für die kommenden wahlen (AK, europa, landtag) zum bio-buffet und kümmere mich vorerst mal nicht um allfällige zynischen kommentare über totalitäre verhältnisse bei den grünen, sondern geniesse das wiedergefundene selbstvertrauen meiner grünen.

prost mahlzeit,
und morgen dann mehr über die grünen kandidaturen zur europa-wahl. da werden die prozentsätze wohl eher richtung 50% tendieren - 3 kandidatinnen auf platz 1 garantieren hochspannung...

Samstag, 18. Oktober 2008

summ summ, tadaa, tralalalalaaaa

ein ohrwurm...

oder ein zeichen dafür, dass wir politiker nicht annähernd den humor haben, den wir uns vielleicht gerne zu eigen machen würden?



ähnlich wie christoph chorherrs aufruf an die "community", die grünen wahlplakate mal selbst zu gestalten, hat mich dieser beitrag auch beeindruckt. welch locker lässige art im vorbeigehen dinge auf den punkt zu bringen, für die unsereiner sonst eine halbe dissertation "verbraten" würde...
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g'schichten von ara bis zumtobel

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